Steuerberaterkanzlei Krammes PartmbB

Steuerberatung / Wirtschaftsberatung
 

Infothek

Zurück zur Übersicht
Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 14.05.2021

Bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kein Ansatz der pauschalen Kilometersätze

Steuerpflichtige können lediglich die tatsächlich entstandenen Fahrtkosten als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abziehen, wenn sie die dienstliche Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn oder Flugzeug unternommen haben. So entschied der Bundesfinanzhof (Az. VI R 50/18).

Der Kläger war als Bundesbetriebsprüfer für das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) tätig. Zu den zu prüfenden Unternehmen fuhr er jeweils zu Beginn der Woche per Bahn bzw. S-Bahn und kehrte am Ende der Woche zurück. Das BZSt erstatte ihm die tatsächlich entstandenen Fahrtkosten. Nachdem das Finanzamt zunächst einen Schätzungsbescheid erlassen musste, machte der Kläger im Rahmen seiner Einkommensteuerveranlagung die wöchentlich zurückgelegte Strecke mit den pauschalen Kilometersätzen als Reisekosten geltend. Von den so ermittelten Reisekosten zog er die vom Arbeitgeber erstatteten tatsächlichen Reisekosten ab. Das Finanzamt erkannte die pauschal geltend gemachten Fahrtkosten nicht an. Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren vor dem Finanzgericht eingelegte Klage wurde ebenfalls zurückgewiesen.

Der Bundesfinanzhof wies die Revision des Klägers als unbegründet zurück. Aufwendungen eines Arbeitnehmers für beruflich veranlasste Fahrten, die keine Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte oder Familienheimfahrten darstellen, sind in ihrer tatsächlichen Höhe als Werbungskosten anzusehen. Statt der tatsächlich entstandenen Reisekosten können auch Fahrtkosten mit den pauschalen Kilometersätzen angesetzt werden, welche für das jeweilige Fahrzeug laut Bundesreisekostengesetz anzuwenden sind. Dieses sieht für Pkw einen pauschalen Kilometersatz i. H. v. 30 Cent pro Kilometer oder bei anderen Kraftfahrzeugen (z. B. Motorrad) einen pauschalen Kilometersatz von 20 Cent pro Kilometer vor. Dagegen sind für Fahrten mit regelmäßig verkehrenden Schiffen, Flugzeugen, der Bahn o. Ä. keine pauschalen Kilometersätze vorgesehen. Vielmehr sind hierfür die tatsächlich entstandenen Reisekosten, jeweils begrenzt auf die niedrigste Beförderungsklasse, anzusetzen.

Der Bundesfinanzhof übertrug diese Grundsätze auf den Ansatz der Fahrtkosten. Das Finanzgericht habe demnach zu Recht den Ansatz der pauschalen Kilometersätze als Reisekosten verneint, da die Reisen mit Bahn und S-Bahn vorgenommen wurden. Der Ansatz der pauschalen Kilometersätze solle lediglich der Vereinfachung der Ermittlung der Reisekosten bei Fahrten mit Kraftfahrzeugen dienen, damit nicht für jede einzelne Fahrt die Kosten für Benzin, Verschleiß etc. ermittelt werden müssten. Diese Vereinfachungsregel werde bei der Fahrt mit regelmäßig verkehrenden Beförderungsmitteln nicht benötigt, da hier die tatsächlichen Fahrtkosten einfach zu ermitteln und anzusetzen seien.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.